Das Festival

Theater der Welt 2008 in Halle (Saale)
Donnerstag, 19. Juni – Sonntag, 6. Juli 2008

Willkommen!

500 Künstler aus 5 Kontinenten.
18 Tage, 18 Spielorte, 18 Länder.
24 internationale Gastspiele, in Deutschland in diesem Jahr ausschließlich in Halle zu sehen.

14 Uraufführungen entstehen, 10 Erstaufführungen gastieren, 8 artists in residence-Gruppen recherchieren, casten und proben vor Ort und verankern das Festival in Halle. Deshalb steht auch das Emblem der Stadt im Mittelpunkt unseres Logos. 2008 stellt Theater der Welt sein ästhetisch-politisches Konzept unter das Motto “Komm! Ins Offene”, einem Aufruf gegen die “bleierne Zeit” von Hölderlin, der 1795 Halle besuchte. Dieses Signal greift die ganze Region auf.
Seit 1981 wird das bedeutendste internationale Theaterfestival Deutschlands an finanzstarke Metropolen vergeben, alle drei Jahre an eine andere, meist westdeutsche Stadt, die sich die Kosten mit Bund und Land teilt.
In Halle ist alles anders. Hier, im kleinsten Austragungsort in der Geschichte des Festivals, engagieren sich die Bürger gemeinsam mit der regionalen Wirtschaft und dem Veranstalter, der “Kulturinsel”: Sie stemmen prozentual den größten Beitrag, der je an privaten Fördergeldern zum Gelingen des Festivals zusammenkam. Und Halle selbst, die alte Diva, verwandelt sich, der historische Stadtkern und Halle-Neustadt werden zur Aktionsfläche, sind Teil der Handlung, Bühne und Laboratorium. Das Festival wagt mit allen Beteiligten den Aufbruch ins Offene. Komm!

Torsten Maß (Kurator) / Christoph Werner (Intendant)

Komm! Ins Offene

Herausragende Inszenierungen aus 18 Ländern dieser Erde, 18 Tage und Nächte lang Uraufführungen, Deutschland- und Europapremieren: Das Theater der Welt lädt ein. Eine ganze Stadt wird zur offenen Bühne, verwandelt sich, legt die eigenen Fundamente offen und macht uns zu Teilnehmern, Forschern und Entdeckern. Auf den Spuren einer 1200-jährigen Kulturhauptstadt mit ihren Burgen, Residenzen und Ruinen, mächtigen Kirchenbauten und einer der ältesten deutschen Universitäten. Die Geburtsstadt Georg Friedrich Händels war seit Urzeiten ein Zentrum des Handels und des Geisteslebens, ein Anziehungspunkt für Dichter, Denker und Missionare.

Seit 25 Jahren ist Theater der Welt Kursbuch und Kompaß der weltweiten Bühnenkunst. Das deutsche Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI) gründete die Festspiele in Anlehnung an das Pariser Theater der Nationen. Sie sind ein Projekt des weltumspannenden ITI-Netzwerks, das seit 60 Jahren unter dem Schirm der UNESCO arbeitet. Seit 1981 finden sie alle drei Jahre in einer anderen deutschen Metropole statt, zu gleichen Teilen finanziert von Bund, Land und Stadt. Unter dem Motto “Komm! Ins Offene”, einem Aufruf Hölderlins gegen ‘die bleierne Zeit’, zeigt Theater der Welt vom 19. Juni bis 6. Juli 2008 internationales Schauspiel, Tanz-, Musik- und Figurentheater: 24 Inszenierungen, 80 Vorstellungen, 18 Spielstätten, darunter das älteste deutsche Holztheater in Bad Lauchstädt, das Gartenreich Wörlitz, die Franckeschen Stiftungen und zahlreiche Schauplätze an den Ufern der Saale und in der Region. Halle heißt uns alle im Namen der Kunst willkommen.

Die Programmstruktur stützt sich auf drei Säulen.
Erstens: Klassiker des Welttheaters, heftig umworbene Highlights und “große Namen”. Halle als Forum und Bühne, auf der die wachsenden Probleme des 21. Jahrhunderts diskutiert und Brücken gebaut werden: Brennende Vorstädte und heimatlose Jugendliche - ohne Arbeit, ohne Perspektiven, ohne Vertrauen; der Zerfall der Familie und die Überforderung alleinerziehender Mütter oder die Schließung unrentabler Fabriken aus Profitgier. Klassische Formen und Stoffe des Theaters provozieren hier Auseinandersetzungen, die in Diskussionsforen fortgesetzt werden.

Zweitens: Experimente des Welttheaters. Sie mischen die Gattungen und Genres, verwandeln Straßen, Plätze, Hallen und Hauswände, proben den Zerfall und die Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung und verschieben den Mittelpunkt der geopolitischen, sozialen und kulturellen Welt. Neue Formen des Theaters prägen das gesamte Stadtbild und beziehen jeden in ihr Spiel ein.

Drittens: Der Wi(e)der-Hall. Hier wird Halle ein Teil des Welttheaters und das Welttheater ein Teil von Halle. Internationale Künstler erforschen die bewegte Geschichte der alten Hansestadt und ihrer Bewohner und entwickeln gemeinsam mit Hallenser Schauspielern neue Ausdrucks- und Spielformen, Aktionen und Happenings. Die ganze Stadt spielt mit, ist Teil der Handlung, ist Bühne und Laboratorium. Jeder ist angesprochen, jeder kann mitmachen, jeder entdeckt diese Stadt und das Theater neu. Es ist ein gemeinsamer Aufbruch ins Offene. Komm!

Am 12.10.2007 gab eine erste Pressekonferenz Einblicke in 12 der 24 Theaterprojekte. Eine zweite Pressekonferenz gab am Dienstag, den 11. März 2008 einen Überblick über alle Inszenierungen zum Festival. An diesem Tag startete auch der deutschlandweite Kartenvorverkauf zum Festival.
Bereits seit 6. November 2007 startet das Festival eine Veranstaltungsreihe in Halle. In Zusammenarbeit mit den Lux Kinos zeigen wir bis zum Beginn des Festivals an jedem 1. Dienstag im Monat um 20.00 Uhr auf der Kulturinsel einen “Film der Welt zu Theater der Welt”. Ausgesucht wurden neue Filme, die uns auf die Themen der eingeladenen Theatergruppen einstimmen. Sie spiegeln den Kern der Aussagen, von denen die Gastspiele erzählen, und führen in die Kultur dieser Länder ein.

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