Wissenschaftliche & theaterpädagogische Begleitveranstaltungen

Wissenschaftliche & theaterpädagogische Begleitveranstaltungen


Internationale Symposien

Komm! Ins Offene - Welttheater in Halle (23. & 24.6., Neue Residenz Halle, Domplatz 5)
Konzeption: Jörg Wiesel, in Kooperation mit dem Zentrum für Bewegungsforschung der Freien Universität Berlin (Gabriele Brandstetter) zu Hölderlins Poetologie, Halles kulturhistorischer Bedeutung im 18. Jh. im Kontext der europäischen Aufklärung und zu Produktionen des Festivals und deren kulturellem Hintergrund. Mit Referenten der Universitäten Berlin, Santa Cruz, Basel, Leipzig, Bochum, Amsterdam u.a.
23.6., 10 Uhr Eröffnung: Torsten Maß, Jörg Wiesel, Gabriele Brandstetter 11 - 13 Uhr Hölderlin-Block: Alexander Honold, Peter Risthaus, Patrick Primavesi
Nachmittags “Schau- und Schriftkultur in Halle”, Yvonne Wübben, Jan Lazardzig “Dinge der Welt”: Renate Klett im Gespräch mit Nicola Hümpel
24.6., 10 Uhr Geschichte des Festivals: Renate Klett im Gespräch mit Jörg Wiesel
Vorträge zu einzelnen Produktionen: Kati Röttger, Sabine Huschka, Mark Franko, Torsten Maß u.a.

Weitere Informationen

Bewegende Zukunft/Mobility Visions (27. & 28.6., Stadtcenter “Rolltreppe”)
Das Internationale Theaterinstitut (ITI) veranstaltet ein künstlerisches Symposium zum Thema “Überwachung und öffentlicher Raum” u.a. mit internationalen Medienkünstlern und Sicherheitsexperten. Programminfo: www.iti-germany.de/escalators oder ITI-Berlin (Tel. 030-791 16 92, Michael Freundt)
27.6., 18 - 22.30 Uhr / 28.6., 16 - 21 Uhr: Beiträge aus Kunst, Wissenschaft und Politik. Tanz, Videos und Gespräche im öffentlichen Raum des Stadtcenter “Rolltreppe”

Kooperationen

Über zwei Semester steht “Theater der Welt” auf dem Lehrplan der
Hochschule Merseburg (FH). Studenten der Professorin Bettina Brandi entwickelten mit städtischen Kooperationspartnern und Bildungseinrichtungen 9 kulturpraktische, medien- und theaterpädagogische Projekte, die das Festival 9 Monate lang kreativ begleiten und erforschen (Koordination Sylvia Pendzik):
“Willkommen in Halle” (18. - 29.6): Studenten, Schüler aus 5 halleschen Schulen und der Theaterjugendclub der Kulturinsel begrüßen am und mit dem Hauptbahnhof Halle täglich von 6.30 - 8.30, 12 - 13.30, 15 - 18, 18 - 20 Uhr (Wochenende: 11 - 15 &15 - 19 Uhr) Reisende mit Willkommensritualen.
“Hallo Halle, ich komme!” (14.6.): Studenten gestalten eine Postkarte, die alle Bürger der Stadt Halle zum Festival einlädt.
“Wegweiser weltwärts” (19.6. bis 6.7.): Studenten entwickeln mit der Jugendwerkstatt Bauhof e.V. einen Wegweiser, der Halle zum Mittelpunkt der Welt erklärt und Wege zu den 18 Spielstätten des Festivals bahnt.
“Guck mal: Meine Welt” (19.6. bis 21.9.): Schüler der Sekundarschule Höhnstedt gestalten Guckkästen mit Objekten zum Begriff “Heimat”, die teils an die Künstler des Festivals verschenkt, teils in die Ausstellung “Dinge der Welt” aufgenommen werden.
“Welt der Generationen” (2.4. bis 28.5.): Schüler der IGS Halle und behinderte Menschen der Akazienhof GmbH erkunden Familienstrukturen und Generationskonflikte mit dem Medium der Fotografie und in kleinen Texten.
“Theo - TheaterWeltRalley” (2.4. bis 28.5.): Schüler der “Christian-Gotthilf-Salzmann Schule für Ausgleichsklassen” in Halle-Neustadt betreten mittels Rollentausch und einer Schnipseljagd eine ihnen fremde Lebenswelt. Sie werden Künstler und die Schauspieler Schüler. Es entsteht ein Kurzfilm.
“Radioverführungen” (2.4. bis 28.5.): Seniorinnen der AWO Begegnungsstätte “Dornröschen e.V.” kreieren ein Feature über ihre Erlebnisse in Mitteldeutschland, das Radio Corax e.V. sendet.
“Essen & Spiele aus anderen Welten” (1. & 15.6., 14 - 16 Uhr Kochkurs, 16 - 22 Uhr Spiele): Interkulturelle Familiensonntage mit Kinderkochkursen, Spielen und Ritualen - vom Geishaschminken, Manga-Zeichnen bis zur Teezeremonie - mit litauischen Gastköchen und japanischen Gästen im Peißnitzhaus unter Anleitung des Casino Event Catering.
“Theater der Welt - ein Bilderbuch” (2.4. bis 28.5.): Inspiriert durch eine Theaterführung kreieren Kinder Lithographien und kleine Texte mit der Buchkinderwerkstatt des Krokoseums. Es entstehen Kalenderblätter und Postkarten zu Theater der Welt 2008.

Im Ratshof werden vom 9.6. bis 7.7. die besten Arbeiten des Schülerwettbewerbs “Hereinspaziert” präsentiert (Laudatio und Preisverleihung 9.6., 17 Uhr). Das Projekt des Fördervereins “Freunde des neuen theaters” für die 9. bis 12./13. Klasse der Sekundarschulen und Gymnasien im südlichen Sachsen-Anhalt läuft seit September 2007. Eingereicht wurden über 60 großformatige Arbeiten, in denen sich die Schüler mit den 20 fremden Kulturkreisen bei Theater der Welt auseinandersetzen und die Schauspieler der Gastspielländer willkommen heißen.

Über zwei Semester gestaltet die Studienrichtung Mode der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle eigene Kreationen und Impressionen zu den fremden Kulturen, die Theater der Welt vereint. Das Thema lautet “Prozession”. Jahrgangsübergreifend geleiten bis zu 150 Studenten der Professoren Joachim Schielicke und Thomas Greis beim Vorspiel mit ihrer “Werkschau” die Perkussionsgruppen der Werkstatt der Kulturen.
Die Medienklasse der Burg Giebichenstein (Prof. Ute Hörner und Prof. Dieter Hofmann) beteiligt sich gemeinsam mit dem Institut für Theaterwissenschaften der Universität Leipzig (Dr. Martina Bako) an dem ITI-Projekt “escalators”. Den work in progress begleitet auch das Institut für Medienkommunikation der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Im Sommersemester findet in der Uni am Institut für Germanistik das literaturwissenschaftliche Seminar “Theater der Welt” statt (Leitung Dr. Katrin Schumacher). Es wirft einen historischen Blick auf die Institution “Theaterfestival”, verschafft sich Einblicke in die Vorbereitungen (Analyse mit dem Festival-Team) und in die mediale Einbettung (am Beispiel des MDR). Ausgewählte Inszenierungen werden vor- und nachbereitet und online mit einem Festivaltagebuch begleitet: Seminarteilnehmer schreiben Theaterkritiken und Erlebnisberichte in einem Blog bei MDR-Sputnik (mysputnik.de). Besucher der Sputnik-Seite können die Berichte online kommentieren, und Teilnehmer anderer Seminare (s.u.) sind eingeladen, sich als Theaterkritiker bei mysputnik.de zu erproben (Kontakt Dr. Katrin Schumacher).


Exkursionen, Seminare und Vorträge
organisieren u.a.:

Antenne culturelle de Saxe-Anhalt (Vortrag der Soziologin Dominique Pasquier, Paris:
“Aller au théâtre: une activité sociale?” 25.6., 17 Uhr)
Bayerische Theaterakademie (Leitung C. Bernd Sucher)
Freie Universität Berlin (Leitung Jörg Wiesel)
Hertfordshire University (Leitung Prof. Benedict Anderson)
Hochschule für Bildende Künste Dresden (Prof. Dr. Birgit Wiens)
Ruhr-Universität Bochum (Leitung Christina Schmidt)
Theaterakademie Hamburg. Hochschule für Musik und Theater (Koordination Andrea Tietz)
Universität der Künste Berlin (Leitung Sabine Herken)
Universität Leipzig (Leitung Patrick Primavesi, Christiane Boy)

Mit einem Workshop von Lina Saneh, Beirut (2. & 3. Juli in Halle, max. 20 Teilnehmer): Wie überlebt man zwischen den Fronten - mit politischer Kunst? Die Kurssprachen sind Französisch und Englisch. Anmeldung über Christiane Boy ().
Der Workshop führt in die Arbeitsweisen mit explosivem Dokumentarmaterial ein, gibt Einblicke in den Alltag libanesischer Künstler und zeigt Wege, wie sie mit ihrer politischer Kunst zwischen den Fronten überleben.
Lina Saneh und ihr Mann Rabih Mroué gehören in Beirut zu den prominentesten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Als Schauspielerin, Autorin und Regisseurin erarbeitet Lina Saneh gemeinsam mit ihrem Mann minimalistische Video-Performances. Es sind hochintelligente Metaphern auf die Krisen der Kunst, der Medienwelt und des politischen wie privaten Alltags im heutigen Libanon. Sie werden im kleinen Rahmen gezeigt, selbst in Privatwohnungen, denn Bühneninszenierungen unterstehen der Zensurbehörde. Auf internationaler Bühne zählen die beiden zu den gefragtesten Künstlern des Libanon. Ihren semidokumentarischen Theaterstücken liegen brisante Nachrichten und zugespieltes Drehmaterial zugrunde - von Verhörten, von Tätern und Opfern, von Selbstmordattentätern. Wer spricht? Ist es die Stimme im Kopf? Martern andere oder das Innere? Saneh & Mroué setzen sich für künstlerische Rekonstruktion, Dokumentation und Archivierung im Angesicht eines heraufziehenden Krieges ein.

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