Lav Diaz
Der mehrfach ausgezeichnete Lav Diaz ist in Europa speziell einem Fachpublikum bekannt, da seine Filme mit ihren mehrstündigen Formaten standardisierte Wahrnehmungsprozesse und Vertriebsstrategien überfordern. Bis zu 10 Stunden dauern seine Film-Bilder. Diaz befragt in diesen Langzeitanordnungen seine eigenen Geschichte, seine Herkunft und Heimat, verliert dabei aber nie aus dem Blick, dass Fragen nach Nationalität, Ver- und Entwurzelung auch immer global gestellt werden müssen.
Elia Suleiman
Der palästinensisch-israelische Filmemacher gewann 2002 mit Divine Intervention, einer Tragikomödie über das Leben in den besetzten Palästinensergebieten, das Filmfestival in Cannes. Seine Filme zeichnen sich durch ihre starken Gegensätze von großer, fast pathetischer Ernsthaftigkeit und manchmal fast kindischer, burlesker Leichtigkeit aus, die an Buster Keaton oder Jacques Tati erinnern.
Tsai Ming-Liang
Der auf Malaysia geborene Taiwanese studierte Theater und Film und arbeitet als Produzent, Autor, Fernseh- und Filmregisseur in Hongkong, Kuala Lumpur und Taipei. Tsai Ming-Liang sagt von sich, dass er sich weder Taiwan, noch Malaysia zugehörig fühle. Die Zwiespältigkeit dieser Außenseiterposition zwischen Freiheit und Rastlosigkeit prägt viele seiner Arbeiten. Er gewann den Goldenen Löwen in Venedig für Vive L´Amour (1994) und zahlreiche weitere Auszeichnungen. Sein aktueller Film Madame Butterfly verlegt Puccinis Oper an einen Busbahnhof in Taipeh.