Irgendetwas ist passiert. Soviel ist klar, wenn wir in die projizierten Gesichter der Menschen blicken, die sich auf der Müllinsel zusammengerottet haben. Elektroschrott, alte Pappe, Nutzloses und Unbrauchbares liegt und sitzt herum. Voller Zärtlichkeit tastet der 1976 in Singapur geborene Ho Tzu Nyen die Oberfläche dieser Landschaft ab, distanziert sich, gewinnt am Ende etwas Überblick über das Chaos. Das gänzlich verheerende Ausmaß der Katastrophe aber bleibt unbeschreibbar. Die düstere, melancholische Klangwelt der Elektroband The Observatory, deren Instrumentarium von der klassischen E-Gitarre über Glockenspiele bis zu komplexen elektronischen Klangerzeugern reicht, bringt die in sich gekehrte Bildwelt zum Platzen. Die Stimmungen der beim Singapore Arts Festival 2009 uraufgeführten Komposition changieren zwischen erdrückender Zwangsgemeinschaft und menschenverachtender Einzelhaft, erinnern an Bilder des Jüngsten Gerichts. Ein lyrischer Albtraum, der zeigt, was eine echte Krise bedeuten konnte.
Konzept
Vivian Wang, Kok Heng Leun, Ho Tzu Nyen, Leslie Low
Live Musik
The Observatory (Leslie Low, Vivian Wang, Dharma, Victor Low, Evan Tan)
Video
Ho Tzu Nyen
Dramaturgie
Kok Heng Leun
Mit freundlicher Unterstützung von Drama Box Singapore, Singapore International Foundation, National Arts Council Singapore
Präsentation
Autonomes Zentrum Mülheim, Theater der Welt 2010