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Zeitgenössisches Theater in China
Podiumsgespräch und Buchvorstellung

Mit Cao Kefei (Regisseurin, Beijing/Berlin), Christoph Lepschy (Dramaturg Paper Tiger) und Tian Gebing (Regisseur, Beijing), Übersetzung: Zhou Congshan

Die Kräfte eines hochbeschleunigten Kapitalismus und die daraus erwachsenden tiefgreifenden sozialen Transformationen prägen die gegenwärtige chinesische Gesellschaft. Was macht das Theater und wie macht man Theater in diesen Zusammenhängen? Neben den faszinierenden Formen des traditionellen chinesischen Musiktheaters (der bei uns so genannten „Peking-Oper“) und einer vergleichsweise jungen Sprechtheaterkultur existiert zumindest in den Großstädten eine lebendige unabhängige Theaterszene. Im Gespräch geben Experten und chinesische Theaterkünstler Einblick in eine vielfältige und widersprüchliche Theaterlandschaft und stellen ein soeben erschienenes Buch vor, dass erstmals eine umfassende Bestandsaufnahme des Theaters im heutigen China vornimmt:
Cao, Kefei / Heymann, Sabine / Lepschy, Christoph:
Zeitgenössisches Theater in China
Alexander Verlag Berlin, 440 Seiten, 38,00 €
 
Cao Kefei ist Theaterregisseurin, Mitgründerin des Ladybird Theaters in Beijing und Übersetzerin. Mehrfach hat sie deutschsprachige Dramatik ins Chinesische übersetzt und inszeniert, seit 2007 hat sie eine Reihe dokumentarischer Projekte realisiert.
 
Christoph Lepschy ist Dramaturg und Professor für Dramaturgie an der Universität Mozarteum Salzburg. Seit 2005 beschäftigt er sich intensiv mit dem chinesischen Gegenwartstheater und ist Dramaturg bei Paper Tiger Theater Studio Beijing/Shanghai.
 
Tian Gebing ist Regisseur und künstlerischer Leiter des Paper Tiger Theater Studio Beijing/Shanghai, eine unabhängige Theatercompagnie, die seit 1995 existiert und mit ihren Produktionen in Asien und Europa unterwegs ist. Paper Tiger stellt bei „Theater der Welt“ seine neueste Inszenierung „500 Meter“ vor.

28.05. / 21:15 - ca. 22:45 (im Anschluss an die Vorstellung von „500 Meter“ des Paper Tiger Theater Studio)

Thalia Gaußstraße, Ballsaal
Eintritt frei

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Projekt des ITI zu Theater der Welt 2017

ACCESS POINTS – VOM RECHT AUF HAFEN
Von und mit: geheimagentur / secret agency
Die Dinge aus der Perspektive des Meeres zu sehen ist zuerst eine Frage des Zugangs. Die Räume zum Leben und Handeln auf dem Wasser sind in den letzten Jahren immer enger geworden. Deshalb gehen Aktivististen und Künstler überall auf der Welt mit neuen Strategien aufs Wasser. Nach der Präsentation ihrer Lecture Performance PORTS mit der neugegründeten Hamburg Port Hydrarchy lädt die geheimagentur dazu ein, Teil dieser Bewegung zu werden.

Symposium: RIGHTS TO THE SEA
27. & 28.05. / 11:00-18:00 / Baakenhöft, MS Stubnitz
Die MS Stubnitz wird zum Forschungsschiff. Denker, deren Bücher und Taten die Sea-Blindness lindern, spekulieren und diskutieren darüber, was das „Recht auf Meer“ heute ausmacht; unter anderem mit Marcus Rediker, Autor des Buches „The Many-Headed Hydra“, und Keller Easterling.
In englischer Sprache

Workshops: ACCESS POINTS
29.05.-01.06. / 11:00-17:00 / Baakenhöft
Es geht los – über sechs verschiedene Access Points sechs Tage lang auf, ans und ins Wasser!

ACCESS POINT I: THEORIE UND PRAXIS DER OFFSHORE ART
Kunst auf und mit dem Wasser – Offshore Art nennt sich das in New York. Schwimmende Gärten, Boatels, treibende Kinos dienen als Inspiration, um selbst experimentelle Installationen zu bauen.

ACCESS POINT II: AFRICAN TERMINAL
Um 1900 war der Baakenhafen der Access Point zu den deutschen Kolonien. Heute steht hier der stillgelegte Afrika-Terminal aus den 1960ern. In diesem Workshop wollen wir einen Vorschlag für einen „African Terminal“ als Terminal of the people entwickeln – einen Ort, der den kleinen Handel der afrikanischen Migranten unterstützt, und erlebbar macht, wie uns der Hafen mit Afrika verbindet.

ACCESS POINT III: EIN ANLEGER FÜR DEN BAAKENHAFEN
Um den Baakenhafen als stadtnahen „Free Port of the Many“ zu entwickeln, fehlt ein Anleger. Erscheint der Bau mit Blick auf Parameter wie Tide, Besucherverkehr, Sicherheit und Statik heute noch unmöglich, entwickelt der Workshop zusammen mit der HCU und Theater der Welt 2017 realistische und bezahlbare Modelle.

ACCESS POINT IV: REGIONALE KREUZFAHRTEN MIT DEM KULTURFLOSS SCHALUPPE
Nach dem Bau des Floßes „Hydra“ beim Alternativen Kreuzfahrtterminal (2015) haben sich Aktivisten zusammengetan, um die Schaluppe zu bauen – ein Kulturfloß für Hamburg. Nun lädt die Schaluppe ein, eine performative Mini-Kreuzfahrt zu entwickeln. Es geht um experimentelle Mobilität, das Fahren auf städtischen Gewässern und das Erschließen von Zugängen zu unzugänglichen Orten.

ACCESS POINT V: DAS ARCHIPEL SUR L’EAU
Das Archipel ist eine schwimmende Installation aus vier Stahlpontons, die sich flexibel zusammensetzen lassen. Die Crew lädt dazu ein, gemeinsam ein Hot-Tub zu bauen. Im Hot-Tub liegend wollen wir über den Wandel des Hafens nachdenken.

ACCESS POINT VI: DAS ANARCHIV
Im Hamburger Hafen gab und gibt es unzählige Interventionen politischer und künstlerischer Art. Der Workshop kooperiert mit einem Projektseminar an der HCU, das solche Interventionen archiviert – und nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Abschlusspräsentation LEAPs into LIQUIDs
02. & 03. 06. / Baakenhöft
Am Freitag und Samstag werden die Access Points für alle freigegeben: Die Schaluppe geht auf Kreuzfahrt, das Hot-Tub wird angeheizt, das Anarchiv inspiriert Nachahmungstäter, die Offshore-Art-Experimente werden am Testanleger zu Wasser gelassen, das „African Terminal“ träumt von der Zukunft des Hafens

Weitere Infos und Anmeldung

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Kultur und Verständigung

Als Partner von Theater der Welt 2017 bietet die Körber-Stiftung dem Festival einen Diskussionsraum zu Fragen von Kultur und Verständigung in ihrem Veranstaltungsraum am Hafen, dem KörberForum.

CURATING THE WORLD
Mit Renate Klett und dem Kuratorium von Theater der Welt 2017
Wer sich fragt, wie man ein qualitativ hochwertiges und stringentes internationales Festivalprogramm zusammenstellt, ist hier genau richtig: In der ersten Gesprächsrunde befragt Amelie Deuflhard die ehemalige Programmdirektorin Renate Klett zur Entstehung des Festivals und der sagenumwobenen letzten Hamburger Edition von „Theater der Welt“ aus dem Jahre 1989. Im zweiten Teil diskutiert der Kulturredakteur und NDR90,3-Moderator Daniel Kaiser mit dem diesjährigen Kuratorium, bestehend aus Amelie Deuflhard, Sandra Küpper, Joachim Lux und András Siebold, die Leitlinien und Hintergründe der Programmauswahl für Theater der Welt 2017 – von Irr-und Umwegen bis zu den größten Erfolgsmomenten.
29.05. / 19:00 / KörberForum
Eintritt frei / Anmeldung unter www.koerberforum.de

AUSSENPOLITIK KULTURELL DENKEN
Mit Andreas Görgen, Auswärtiges Amt
Weltweit tritt immer deutlicher zu Tage, dass Fragen von Identität und Zugehörigkeit zu einem hochpolitischen Faktor geworden sind. Die Frage, ob und inwiefern Kulturpolitik ein Mittel gegen die zunehmende Nationalisierung unserer Gesellschaften sein kann, wird heute lauter diskutiert als wir uns noch vor Kurzem hätten vorstellen können. Andreas Görgen war im Auswärtigen Amt maßgeblich an der strategischen Ausrichtung der auswärtigen Kulturpolitik beteiligt. Er erläutert, inwiefern internationale politische Prozesse die kulturellen Hintergründe stärker in den Blick nehmen können. Moderation: Kai-Michael Hartig, Körber-Stiftung
30.05. / 19:00 / KörberForum
Eintritt frei / Anmeldung unter www.koerberforum.de

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Fokus: Afrika

Hamburg war neben Berlin die Hauptstadt des deutschen Kolonialismus. Vom Baakenhöft, dem ehemaligen Afrikaterminal aus zogen vor gut hundert Jahren deutsche Soldaten los, um den Aufstand der Hereros im heutigen Namibia nieder zu schlagen – es war der erste deutsche Völkermord. Theater der Welt 2017 bespielt genau von diesem historischen Ort aus den Hamburger Hafen und lädt Zuschauer wie Künstler an diesen Ort sowie zu vier brisanten Diskursen, prominent besetzt.
Mit Unterstützung der Körber-Stiftung

AFRIKA – WIE LEBT HAMBURG MIT SEINER KOLONIALEN VERGANGENHEIT?
Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, Prof. Dr. Henri Seukwa, Tahir Della und Hannimari Jokinen im Gespräch mit Catarina Felixmüller
Wie geht Hamburg mit seinem kolonialen Erbe um? Was bedeutet das für die Gegenwart einer postkolonialen Gesellschaft, in der Flucht, Migration und Vertreibung existieren? Was bedeutet es politisch für die Stadtgesellschaft? Die Künstlerin Hannimari Jokinen und Tahir Della, im Vorstand der Initiative Schwarze Menschen, stellen ihre Arbeit vor. Gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Zimmerer, Afrikahistoriker und Leiter der vom Hamburger Senat eingerichteten Forschungsstelle „Hamburgs (post) koloniales Erbe / Hamburg und die (frühe) Globalisierung“ und Prof. Dr. Louis Seukwa, Erziehungswissenschaftler an der HAW, analysieren sie die historische Verantwortung und die gegenwärtigen politischen Herausforderungen.
10.06. / 19:00 / Baakenhöft, MS Stubnitz (die MS Stubnitz ist nicht rollstuhlgerecht)
5 Euro
Aufzeichnung durch den NDR

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Fokus: Afrika

Theater der Welt 2017

© Hannes Schmid


DAS KONGO TRIBUNAL
Milo Rau im Gespräch mit Peter Kümmel
Der Schweizer Autor und Regisseur Milo Rau arbeitet seit Jahren konsequent an einer Repolitisierung des Theaters und erregt mit fiktiven Prozessen großes Aufsehen. Mit seinem „Kongo Tribunal“ hat er sich auf ein Land konzentriert, das die Kolonialmächte einst unter sich aufteilten und heute eines der ärmsten Länder der Erde ist. Und dank seiner Rohstoffe eines der reichsten zugleich. Hier tobt der bisher größte und blutigste Wirtschaftskrieg der Menschheitsgeschichte – eine Verteilungsschlacht im Zeitalter der Globalisierung mit bisher sechs Millionen Toten. Milo Rau erzählt im Gespräch mit dem ZEIT-Journalisten Peter Kümmel von seiner Arbeit.
08.06. / 19:00 / Baakenhöft, MS Stubnitz (die MS Stubnitz ist nicht rollstuhlgerecht)
5 Euro

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Fokus: Afrika

Theater der Welt 2017

Christoph Schlingensiefs
OPERNDORF AFRIKA: WAS BISHER GESCHAH

Aino Laberenz und Alex Moussa Sawadogo im Gespräch mit Matthias Günther
Das „Operndorf Afrika“ ist ein internationales Kunstprojekt, das seit 2009 in Burkina Faso entsteht und auf die Idee des deutschen Künstlers Christoph Schlingensief zurückgeht. Mit dem „Operndorf Afrika“ war Christoph Schlingensiefs Wunsch verbunden, einen Ort internationaler Begegnung zu schaffen. Hier sollen Menschen  unterschiedlicher Herkunft künstlerisch arbeiten und sich austauschen können. Mit der gleichzeitigen Neugründung eines Dorfs, einer Schule und einer Krankenstation wird hier zugleich Christoph Schlingensiefs Vision einer sozialen Plastik immer mehr Realität. Aino Laberenz, die Leiterin des Gesamtprojekts, und der künstlerische Leiter Alex Moussa Sawadogo berichten über die Entwicklung dieses einzigartigen Projekts und suchen den Brückenschlag zwischen Europa und Afrika.
09.06. / 19:00 / Baakenhöft, MS Stubnitz (die MS Stubnitz ist nicht rollstuhlgerecht)
5 Euro

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Fokus: Afrika

Theater der Welt 2017

© Janto Rössner


REFUGEE VOICES SHOW
ERU - (A saro – creole story, Remembering the victims of slavery and the Transatlantic Slave Trade)
Die REFUGEE VOICES SHOW ist eine Live-Show fürs Web TV unter Leitung des Aktivisten, Journalisten und Moderators Larry Moore Macaulay, in der aktuelle Themen von Geflüchteten mit Musik und Infotainment verhandelt werden. Für Theater der Welt 2017 gibt es eine Spezialausgabe über den Kampf gegen moderne Formen von Sklaverei und Menschenhandel. Vor dem Hintergrund seiner eigenen Familiengeschichte diskutiert Macaulay mit spannenden Gästen aus Hamburg, Sierra Leone, Brasilien und Italien.
09.06. / 21:00 / Baakenhöft, MS Stubnitz (die MS Stubnitz ist nicht rollstuhlgerecht)
Eintritt frei

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Hamburger Hafenkongress
Hafenstadt neu ausgelotet

Die Hamburger Hochschulen entern mit einem dezentralen HafenKongress unter dem Titel „Hafenstadt neu ausgelotet“ den Forschungsraum von Theater der Welt 2017 und laden alle interessierten Bürger ein, sich mit ihnen auf Kaperfahrt nach neuen Blicken auf Wasser und Hafen zu begeben. Je vier Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen stellen – in der ersten Woche des Festivals jeweils am frühen Abend vor einer der Aufführungen – ihre Forschungen zu Hafen/Wasser kurzgefasst vor.
Geballtes Wissen von 24 Professoren. Leitung: Prof. Dr. Ortrud Gutjahr
Eintritt frei

HAFEN–DISKURS 1
26.05. / 18:30 – 20:00 / Kampnagel, K1
Hafenstadt Hamburg: Interkultureller Topos in Literatur und Film
Prof. Dr. Ortrud Gutjahr (Germanistik)
Maritime Gedächtnislandschaft Hamburger Hafen
Prof. Dr. Norbert Fischer (Kulturanthropologie)
Glanz- und Dunkelseiten der Technik im Hamburger Freihafen
Prof. Dr.-Ing. Constantin Canavas (Life Sciences)
Der Hafen – noch ein Ort der Arbeit oder schon automatisierte Containerschleuse?
Prof. em. Dr. Dieter Läpple (Internationale Stadtforschung)
 
HAFEN–DISKURS 2
27.05. / 17:30 – 19:00 / Thalia Nachtasyl
Bauen am und im Wasser
Prof. Dr.-Ing. habil. Kerstin Lesny (Bauingenieurwesen – Geotechnik)
Der Seemann. Ein Berufsstand und seine kulturelle Inszenierung
Prof. Dr. Sabine Kienitz (Kulturanthropologie)
Gewässer- und Katastrophenschutz mit mobilen und autonomen Mini-Tauchrobotern
Prof. Dr.-Ing. Bernd-Christian Renner (Arbeitsgruppe smartPORT des Exzellenzkollegs)
Maritime Wirtschaft im Hamburger Hafen – Nostalgie, Belastung oder Lebensgrundlage?
Prof. Dr.-Ing. Stefan Krüger (Ship Design and Ship Safety)
 
HAFEN–DISKURS 3
28.05. / 18:30 – 20:00 / designxport
Das Ländliche in der Stadt, common grounds entlang des Hafens
Prof. Dipl. Ing. Christiane Sörensen (Landschaftsarchitektur)
Hamburg und der Hafen im Klimawandel – Wassertiefen, Wasserstände und Niederschlagswasser
Prof. Dr.-Ing. Peter Fröhle (Institut für Wasserbau)
Harbour Soundscape – Forschungen zu Stadt und Hafen
Prof. Dr. Kathrin Wildner (Stadtethnologie)
Anker städtischer Identität oder Touristenfalle? Der Hamburger Hafengeburtstag seit 1977
Dr. Christoph Strupp (Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg)
 
HAFEN–DISKURS 4
30.05. / 17:00 – 18:30 / Kampnagel, K4
Antike Hafenstädte – Hamburger Forschungen im Mittelmeerraum
Prof. Dr. Martina Seifert (Archäologisches Institut)
Stadt und Hafen – Räumliche und funktionale Entkopplungen
Prof. em. Dr. Dirk Schubert (Wohnen und Stadtteilentwicklung)
Die Docklands und Dublin – Zur Regenerierung eines Hafenviertels
PD Dr. Astrid Wonneberger (Ethnologie)
Seehäfen für Containerschiffe zukünftiger Generationen – Wachstum ohne Grenzen
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Grabe (Geotechnik und Baubetrieb)
 
HAFEN–DISKURS 5
31.05. / 17:30 – 19:00 / Thalia Gaußstraße, Ballsaal
Wie aus Hafen Stadt wird
Prof. Dr. Ingrid Breckner (Stadt- und Regionalsoziologie)
Belästigungen, Gefährdungen und Risiken: Arbeitsplätze und Umweltwahrnehmung im Hafen
Dr. Klaus Schlottau (Historisches Seminar)
Stadt_Hafen: Logistischer Knoten für die Ver- und Entsorgung der Metropolregion
Prof. Dr.-Ing. Heike Flämig (Verkehrsplanung und Logistik)
Hafen der Zukunft – Logistische Herausforderungen und technologische Perspektiven
Prof. Dr.-Ing. Carlos Jahn (Maritime Logistik und Dienstleistungen in Hamburg)
 
HAFEN–DISKURS 6
02.06. / 18:30 – 20:00 / designxport
Seeschifffahrt und Hafenwirtschaft in kabbeliger See. Aktuelle wirtschaftsgeographische Entwicklungen und Probleme am Beispiel des Standorts Hamburg
Prof. Dr. Jürgen Oßenbrügge (Geographie)
Chancen für die Innenentwicklung von Städten durch schwimmende Architektur
Dipl.-Ing. (FH) M.A. Architektin Florentine-Amelie Rost (Städtebau und Quartierplanung)
Hafenwirtschaft ohne Hafen. Ein Zwischenruf in die lokale Echokammer
Prof. Dr. Gernot Grabher (Stadt- und Regionalökonomie)
Sterne weisen den Weg – Zeitball und Navigation
Prof. Dr. Gudrun Wolfschmidt (Geschichte der Naturwissenschaft und Technik)

Das Programm zum Download

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Das Deutsche Hafenmuseum
LEITIDEEN FÜR EIN NEUES MUSEUM IM 21. JAHRHUNDERT

Mit Börries von Notz und Ursula Richenberger
Zur Zeit wird von der Stiftung Historische Museen Hamburg mit dem Deutschen Hafenmuseum ein neuer herausragender  Kulturort geschaffen. Was sind die Visionen für ein neues Museum des 21. Jahrhunderts? Nach derzeitigen Überlegungen soll es – wie der Hafen selbst – rund um die Uhr geöffnet sein und insbesondere die komplexe Wirtschaftsgeschichte und den globalisierten Handel untersuchen. Wichtig sind außerdem der Faktor Mensch, die Arbeitswelt im Hafen, aber auch der Mythos, der sich rund um dieses Gebilde geformt hat. Börries v. Notz, Alleinvorstand der Stiftung Historische Museen Hamburg, und Ursula Richenberger, Leiterin des Hafenmuseums Hamburg, stellen die Eckpunkte des geplanten Museums vor und zur Diskussion.
28.05. / 11:00 / Thalia Theater, Mittelrangfoyer
Eintritt frei

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PSI#23 Overflow

2017 findet unter dem Titel „OverFlow“ der jährliche Fachkongress „Performance Studies international“ mit mehreren hundert Referenten erstmals in Hamburg statt. Im Rahmen des Kongresses gibt es vier hochinteressante Vorträge bzw. Dialoge, die auch öffentlich zugänglich sind.

In englischer Sprache
Weitere Infos unter: www.psi2017-hamburg.com
23. Internationaler Fachkongress Performance Studies international „OverFlow“ 08.-11.06. 2017, Kampnagel / Veranstaltet von Performance Studies Universität Hamburg und Kampnagel
 

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PSI#23 Overflow

Theater der Welt 2017

Vandana Shiva
PACT FOR THE EARTH. TOWARDS AN EARTH DEMOCRACY
Vandana Shiva ist promovierte Quantenphysikerin und Globalisierungskritikerin. Als „Heldin des Umweltschutzes“ (Time Magazine) gilt die Inderin heute als eine wichtige Aktivistin für regionale und ökologische Landwirtschaft im Kampf gegen Gentechnik, Monokulturen und den dominanten Weltmarkt. 1991 gründete sie die Initiative „Navdanya“ zum Schutz der biologischen Vielfalt und Integrität organischer Ressourcen. Ihre Bücher zählen zu Standardwerken der nachhaltigen und diversen Landwirtschaft und Ernährung. 1993 wurde sie mit dem alternativen Nobelpreis (Right Livelihood Award) für ihr Engagement in den Bereichen biologische Vielfalt, Frauenrechte und Nachhaltigkeit ausgezeichnet.
08.06. / 12:00 / Kampnagel, K6 / 8 Euro / erm. 5 Euro
In englischer Sprache
Mit einem Grußwort der Zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank

TICKET >>

 

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PSI#23 Overflow

Theater der Welt 2017

© Hugo Glendinning


Tim Etchells
READY WHEN YOU ARE. PERFORMANCE / STASIS / CHANGE
Tim Etchells ist Performer und Regisseur der weltweit bekannten experimentellen Theater-Gruppe Forced Entertainment. In seiner disziplinübergreifenden Arbeitsweise ist er impulsgebender Vordenker der aktuellen europäischen Theaterszene. Über seine eigene Arbeit sagt Etchells: „In each work or project I seek to make something happen – stage an encounter, unleash a process, set an event in motion – which ultimately explores the dynamic relationship between the work and the viewer.“
10.06. / 10:30 / Kampnagel, K6 / 8 Euro / erm. 5 Euro
In englischer Sprache

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PSI#23 Overflow

Theater der Welt 2017

© Sebastian Bolesch


Carolin Emcke und Didier Eribon im Gespräch
BEYOND THE NEW HATE
Carolin Emcke ist Philosophin und Publizistin und war als Auslandsredakteurin in Krisengebieten wie Afghanistan, Pakistan, dem Kosovo, Irak oder Kolumbien tätig. Im Jahr 2016 erhielt sie den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Didier Eribon ist französischer Soziologe, Philosoph und Autor. Wie kein anderer französischer Intellektueller ist er in Deutschland durch sein Buch „Rückkehr nach Reims“ (2016) bekannt geworden. In diesem autobiografischen Roman analysiert er in der Tradition Pierre Bourdieus ein sich nach rechts orientierendes Arbeitermilieu: als kritische Analyse einer in neuen Nationalismen erstarkenden Zeit.
10.06. / 19:00 / Kampnagel, K2 / 8 Euro / erm. 5 Euro
In englischer Sprache
Moderation: Amelie Deuflhard

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Tipp: Didier Eribon ist am 11.06. noch ein zweites Mal bei Theater der Welt 2017 zu Gast: im Autorengespräch mit Bestsellerautor Édouard Louis. Mehr Infos


Theater der Welt 2017

© Patrice Normand

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PSI#23 Overflow

Theater der Welt 2017

©Deutsches Haus @ NYU


Avital Ronell
MISTWEATED: ON CIVIC GRIEVANCE
Avital Ronell ist eine amerikanische Philosophin, Literaturwissenschaftlerin und Germanistin. Ronells einflussreiches Denken und Schreiben wird oft als dekonstruktiv, postfeministisch, poststrukturalistisch oder psychoanalytisch bezeichnet, entzieht sich in seiner Originalität aber klaren methodischen Einteilungen.
11.06. / 10:30 / Kampnagel, K6 / 8 Euro / erm. 5 Euro
In englischer Sprache

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Masterclass

Wie sich Theater stetig neu erfindet, mit welchen ästhetischen und erzählerischen Mitteln und unter welchen Bedingungen an anderen Orten der Welt Theater 2017 produziert wird, wie sich Formen und Inhalte aus ihren lokalen Kontexten lösen und hier, in Hamburg, etwas erzählen können – das steht im Fokus einer Masterclass für Studierende der Theaterakademie Hamburg im Rahmen von Theater der Welt 2017. In Vorstellungsbesuchen und Workshops mit Künstlern des Festivals schauen die Studierenden über den Horizont ihres Ausbildungskontextes hinaus und erweitern ihren Blick auf die Welt des Theaters und des Theaters in der Welt.
Ermöglicht durch die Thörl Stiftung

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Hafenerkundungen
OPEN SCHOOL 21

Jenseits der Hafenromantik, des Fernwehs und der urbanen Poesie lassen sich im Hamburger Hafen historische und gegenwärtige Spuren finden, die die Hafengeschichte anders erzählen: Flucht und Migration bestimmen seit mehreren Jahrhunderten die Reisebewegungen von und nach Hamburg; so auch der Handel mit berauschenden Gewürzen und weit gereisten Teppichen. Dass dieser Handel unmittelbar mit deutscher Kolonialgeschichte zusammenhängt, wird häufig vergessen. Ein weiteres brisantes Thema: die Folgen der globalen Umweltschäden durch Handels-Schifffahrt und Touristik. In Kooperation mit der Open School 21 bieten wir verschiedene Hafenrundfahrten und Rundgänge an, die diese Ereignisse sichtbar machen und erörtern.

Hafenrundfahrt „Hoffnung Hafen” – Kolonialismus, Migration und Rassismus
Kakao aus Kamerun, Kupfer aus Namibia, Kopra aus Samoa: Hamburgs Freihafen mit der Speicherstadt war die Drehscheibe des deutschen Kolonialhandels, an dem vor allem Hamburger "Pfeffersäcke" verdienten. Widerstand gegen die Kolonialherrschaft wurde blutig bekämpft: Vom Hamburger Baakenhafen gingen seit 1904 die Truppentransporte nach Afrika, um die antikolonialen Aufstände in Namibia und Deutsch-Ostafrika niederzuschlagen. Bei der Hafenrundfahrt folgen wir den Spuren von Kolonialismus und Globalisierung und fragen nach dem Preis des Fortschritts.
Auf der Rundfahrt berichtet die Hafengruppe Hamburg auch über die Menschen, die früher und heute das „Tor zur Welt” passiert haben. Wo war der Standort der ersten Auswandererbaracken und wie war die Lebenssituation dieser Menschen? Zu sehen sind Plätze im Hafen, an denen Menschen aus anderen Ländern zu verschiedenen Zeiten als Arbeitskräfte eingesetzt wurden und Sie erfahren etwas über die heutige Unterbringung von Flüchtlingen und den Umgang mit ihnen.


!!Bis max. 60 Personen pro Fahrt!

28.05. / 16 Uhr TICKET>>
4.06. / 16 Uhr TICKET>>
9.06. / 16 Uhr TICKET>>

Abfahrt am Anleger Vorsetzen/City-Sporthafen, Barkassen-Centrale Ehlers. Bitte kommen Sie 15 Minuten vor Abfahrt. Anfahrt

Rundgang Kolumbus der Seeräuber – eine Annäherung an die ganze Geschichte
Hamburgs jüngster Stadtteil, die Hafencity, soll »kosmopolitisches und weltoffenes Flair« vermitteln. So wurden Plätze und Straßen nach europäischen Männern von einigem Ruf benannt: Christoph Kolumbus, Vasco da Gama, Ferdinand Magellan. Entsandt um Gold und Arbeitskräfte für europäische Königshäuser zu sichern, markieren sie den Beginn eines kolonialen Systems, das Reichtum und Vorherrschaft für den europäischen Kontinent begründete.
Die Politikwissenschaftlerin Tania Mancheno geht auf dem Rundgang vielen Fragen nach: Wer waren die Menschen, die Kolumbus empfingen? Wer war Lapu-Lapu? In welcher Tradition wirkten Humboldt und der Hamburger Godeffroy? Wessen Geschichte wird wann, wie und wo erzählt und wessen Geschichte nicht?
Tania Mancheno schaut auf historische Ereignisse, deren Folgen und zeigt, dass die »Ganze Geschichte« stets viele Perspektiven braucht. Stationen sind: Magellan-Terrassen, neuer Harrisbazar, Vespuccihaus, Kolumbushaus.

!!Bis max. 25 Personen pro Rundgang.  Ein HVV-Ticket wird benötigt.

26.5. / 16 Uhr / Haven - das Festivalzentrum TICKET>>
27.5. / 16 Uhr / Haven - das Festivalzentrum TICKET>>

Rundgang Die Hafencity und ihr koloniales Erbe
Die Tour führt von der Altstadt mit den repräsentativen Kontorhäusern in die HafenCity. Es geht um Hamburger Firmen, um Hamburger Selbstdarstellungen und um verschiedene Phasen der Globalisierung, die die Stadt reich gemacht hat. Die Handelswaren, die zum Reichtum führten, stammen zumeist aus den Ländern des Südens, zum Teil aus ehemaligen deutschen Kolonien. Palmöl, Kaffee und Margarine werden dabei näher in Augenschein genommen. Und es wird der Frage nachgegangen, ob die Namensgebungen in der HafenCity »Ausdruck von Weltläufigkeit« sind, wie die HafenCity GmbH erklärt.
Die Historikerin Wiebke Johannsen zeigt Architektur und berichtet sowohl von Geschäftsmodellen als auch von Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen dem 19. und dem 21. Jahrhundert (Stationen: Afrika-Haus, Kornhausbrücke, Magellan- und Marco-Polo-Terrassen, Unilever-Gebäude).


!!Bis max. 25 Personen pro Rundgang. Ein HVV-Ticket wird benötigt.

2.6. / 16 Uhr / Haven - das Festivalzentrum TICKET>>
3.6 / 16 Uhr / Haven - das Festivalzentrum TICKET>>

Rundgang Stadt im Fluss – Veränderung & Bewegung am Hafen
Mit der HafenCity entsteht ein neuer Stadtteil, der mit der Elbphilharmonie ein teures Wahrzeichen bekommen hat. Vom Industriegebiet am Hafen zum gehobenen Stadtteil der Extraklasse? Das Leben in der Hamburger Innenstadt ist damit nicht dem ersten Wandel unterzogen. Die Neustadt und St. Pauli waren lange Zeit Wohnorte, die durch industrielle Arbeit (z.B. in den Werften oder der St. Pauli Brauerei) geprägt waren. In Zeiten der Globalisierung hat sich die Arbeitswelt auf St. Pauli verändert. Die Spuren der Gentrifizierung sind auch hier deutlich zu spüren. Gleichzeitig ist in St. Pauli der Zusammenhalt gegen die Verdrängung einkommensschwacher Bewohner_ innen besonders ausgeprägt. Die Frage nach dem Recht auf Stadt — d.h. wer entscheidet, wie in der Stadt gelebt wird? — wird von vielen Initiativen laut gestellt.
Der Historiker und Stadtteilaktivist Martin Reiter gewährt bei einem Rundgang von der HafenCity nach St. Pauli Einblicke in die Geschichte des elbnahen Wohnens und stellt Initiativen vor, die sich gegen Verdrängung und Gentrifizierung engagieren.
!!Bis max. 25 Personen pro Rundgang. Ein HVV-Ticket wird benötigt.
10.06. / 16 Uhr / Haven - das Festivalzentrum TICKET>>
11.06. / 16 Uhr / Haven - das Festivalzentrum TICKET>>

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Junges Theater der Welt 2017
THALIA JUNG UND MEHR

Die Theaterpädagogik des Thalia Theaters wendet sich im Rahmen des Festivals in unterschiedlichen Vermittlungsprojekten dem Thema Hafen zu: Jugendliche des „Thalia Treffpunkts“ präsentieren Performances im öffentlichen Raum, urban harbour rallyes zeichnen Wege durch die Stadt zur Elbe. Ob zu Hafen und Wasser oder zum Bedeutungshorizont des Wortes Freiheit, ob Site-specific oder als Kneipenstück mit Hamburger Originalen – die Betrachtungs- und Arbeitsweisen sind dabei so vielfältig wie das Thema selbst. Ausgehend vom zentralen Festivalthema wird in Laboratorien für Schülergruppen aller Fächer und Jahrgangsstufen zu Logistik und globalem Warenverkehr, Arbeit im Hafen oder Kolonialismus gearbeitet. Schultheatergruppen zeigen, was sie zu ausgewählten Festivalproduktionen entwickelt haben und in einer Installation in Nähe des Festivalzentrums präsentieren Schüler ihre künstlerische Auseinandersetzung mit dem Hamburger Hafen. In Kooperation mit der Hamburger Volkshochschule finden Gesprächsrunden und exklusive Blicke hinter die Festivalkulissen statt, in einem Fotoworkshop geht es auf Erkundungstour im Hamburger Hafen. Ein digitales „Sammelbecken“ gibt Überblick über alle 250 Schulprojekte, die im Festivalzusammenhang entstehen.

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Museum für Kunst und Gewerbe

NEUZEIT. TRANSFER VON WAREN UND WISSEN ZWISCHEN OST UND WEST
Hätten wir ohne Kenntnisse vom Stand der Sterne die Neue Welt entdeckt? Wie viel Wissen aus der Antike sich im Orient weiterentwickelt und dann über die Handelsrouten wieder zurück nach Europa kommt, belegen die vielen Objekte, die das Museum u.a. in seiner Kunstkammer versammelt.
Führungen: 27.05., 03.06., 10.06. / 14:00
Museum für Kunst und Gewerbe 12 Euro / erm. 8 Euro

MKG FÜR NEWCOMER
Der Rundgang in Deutsch, Englisch und Arabisch umfasst sechs Themengebiete, die Geschichte, Alltagsleben, Musik und verschiedene Kulturen miteinander verbinden.
Termine nach Vereinbarung: vermittlung@mkg-hamburg.de

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Historische Museen Hamburg
DIE WELT SPIELT HAFEN
AN INSTALLATION OF THE DEUTSCHE HAFENMUSEUM

Next to the Elbphilharmonie, the Deutsche Hafenmuseum is another cultural highlight project. It is meant to be a museum of international import and high social relevance. “We want a museum that is open to the world, multi-lingual and with a low barriers.” (Cultural Senator Brosda). The museum is being planned at present and will have its first public appearance at Theater der Welt 2017 with the installation “Die Welt spielt Hafen”. The installation, which will be made up of used objects, will be created in cooperation with Hamburg’s citizens: they will lend their maritime toys to the project.

 

More information at: www.deutsches-hafenmuseum.de