Weltfoyer im Festivalzentrum

18 Tage und Nächte lang verwandeln Künst­ler*innen aus Nordrhein-Westfalen und von allen Kontinenten das Festivalzentrum am Gustaf-Gründgens-Platz in einen öffentlichen Performanceraum: Mit dem Programm im Weltfoyer laden sie ein zu Begegnung, Vortrag, Klangsession, Film, Gespräch und Party. Das Festivalzentrum im Schauspielhaus steht dem Publikum zum Verweilen offen.

Das Programm des Weltfoyers ist eine Referenz auf den Beginn des Futuristisch-Radikalen in der Kunst. Düsseldorf entwickelte sich in den 70er und 80er Jahren zur Keimzelle der elektronischen Musik und genießt seither als kreatives Zentrum dieser Szene international großes Ansehen. Das Weltfoyer bietet die Möglichkeit, vielfältige musikalische, filmische, performative und wissenschaftliche Projekte von Künstler*innen aus NRW und von allen Kontinenten einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Theater der Welt schafft so die Gelegenheit, die Nähe der elektronischen Musikszene zu Performance-und Theaterkunst hautnah mitzuerleben.

Mit dem bildenden Künstler und Musiker Stefan Schneider aus Düsseldorf und Chris Bruckmayr, Kurator des Festivals Ars Electronica in Linz, prägen zwei starke Handschriften das Weltfoyer-Programm.

Die Karten für alle Veranstaltungen im Rahmen des Weltfoyers erhalten Sie auch an den Kassen des Düsseldorfer Schauspielhauses oder online auch unter www.dhaus.de 5 € / ermäßigt 3,50 €
Gloomy and Glamourous Eintritt frei

Das Foyer des Schauspielhauses ist an allen Wochentagen des Festivals ab 16:00 geöffnet, Samstag, Sonntag und an Feiertagen ab 10:00.
Das Weltfoyer wird gefördert durch die Kunststiftung NRW

Gloomy and Glamourous - Weltfoyer After Dark

Female DJs aus aller Welt zu Gast
Seit vielen Jahren prägen Female DJs die weltweite Szene. Musikalische Acts von Frauen u. a. aus Jordanien, Marokko, Serbien, Schottland, Russland, Peru, Argentinien oder Kanada elektrifizieren im Weltfoyer die musikalische Seele ihrer Heimat und bringen sie für uns zum Klingen. Mit ihren Sets werden sie die Festivalnächte verwandeln, die uns neue Energie zum Nachdenken über uns und die Welt spendet. Das Programm der 13 Musikerinnen von allen Kontinenten ist ein Statement. Es bietet einen weit gefassten Überblick über die Bandbreite und die Kreativität von Künstlerinnen in der ursprünglich männlich dominierten elektronischen Musikszene. Inspiriert von lokalen musikalischen Traditionen von Balkan bis Oriental, Klassik, Techno und allen Stilrichtungen der elektronischen Musik verwandeln die Frauen das Weltfoyer in die größte Tanzfläche der Stadt!

Schauspielhaus, Foyer / Festivalzentrum
14., 15., 16., 20., 21., 23., 24., 26., 27., 28., 29., 31.5. jeweils ab ca. 22:00
Eintritt frei

Das detaillierte Programm wird im März bekanntgegeben.
Samstag, 16.05.
20:30
Schauspielhaus, Unterhaus
Weltfoyer

Osaka Düsseldorf

Japan, Deutschland
Vortrag, Gespräch, Video: Hiroko Myokam
Moderation: Stefan Schneider
Konzerte: Kopy, Tentenko
Preise: 5,00 €
iCal
In Osaka entstand in den frühen 80er Jahren eine völlig eigene und radikale Szene für Noise Music. Die Bewegung hatte aus politischen Gründen eine große Nähe zur japanischen Video- und Theaterszene und wirkt bis heute prägend in der Stadt. Die japanische Kunstwissenschaftlerin Hiroko Myokam hat sich in ihrer Forschungsarbeit auf Musikvideos und Undergroundfilme aus diesem Jahrzehnt konzentriert. Sie arbeitete mehrere Jahre im Düsseldorfer IMAI (Inter Media Art Institute) und vergleicht in ihrem Vortrag entsprechende Produktionen aus Japan und Westdeutschland.

Der zweite Teil des Abends vereint zwei Underground-Acts von Frauen aus Osaka, die aktuell zentrale Bestandteile der zeitgenössischen elektronischen Musiklandschaft in Japan sind. Kopy und Tentenko stellen neue Arbeiten vor und unterstreichen ihre höchst individuellen Ansätze für zeitgenössische experimentelle Tanzmusik. 
Sonntag, 17.05.
20:30
Schauspielhaus, Unterhaus
Weltfoyer

Callshop Radio »Nairobi«

Kenia, Deutschland
Gespräch, Video: George Odhiambo, Kaspar van de Water (Callshop Radio)
Moderation: Stefan Schneider
DJs: George Odhiambo und Kaspar van de Water
Preise: 5,00 €
iCal
Wie viele Radiostationen in Ostafrika verfügt auch KBC Nairobi über ein Aufnahmestudio und zieht Musiker*innen aus der ganzen Region an. So hat der Sender eines der umfangreichsten Tonarchive Ostafrikas geschaffen, das sich heute mit der Ausgestaltung des Übergangs von analoger zu digitaler Kultur beschäftigt. George Odhiambo war lange Jahre Mitarbeiter bei KBC Nairobi und ist heute bei Ketebul Nairobi aktiv, einer Stiftung, die sich der Dokumentation kenianischer Musik verschrieben hat. Callshop Radio hat sich in den letzten beiden Jahren zu einem bedeutenden Ort für die jüngere Generation der Düsseldorfer Elektronikszene entwickelt und hat diese Veranstaltung mitgestaltet, die live übertragen wird. Seit dieser Spielzeit kooperiert das Düsseldorfer Schauspielhaus mit dem Düsseldorfer Callshop Radio. Beide haben das neue D’haus Community Radio als monatliches Format ins Leben gerufen. 
Montag, 18.05.
20:30
Schauspielhaus, Unterhaus
Weltfoyer

Amazon – This River Is My Street / Harmonious Thelonious

Brasilien, Japan, Deutschland
Filmvorführung, Vortrag: Nathalia Favaro, Rogério Assis, Miki Yui
Konzert: Harmonious Thelonious (Stefan Schwander)
Preise: 5,00 €
iCal
Das brasilianisch-japanisch-deutsche Kooperationsprojekt präsentiert einen fotografischen Vortrag von Rogério Assis über die Rodung des Amazonasregenwalds in Brasilien und das Leben der Einheimischen und der Indigenen. Im Kurzfilm Flux von Nathalia Favaro und Miki Yui erzählen Menschen, die am Amazonas leben und arbeiten, über den Zyklus des Lebens. Flux wurde in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut São Paulo produziert. Der musikalische Teil des Abends gehört Harmonious Thelonious (Stefan Schwander), der ein Konzert geben wird. Seit etwa zwanzig Jahren ist er einer der international anerkanntesten Musiker aus der elektronischen Musikszene Düsseldorfs. In den letzten Jahren hat er sich mit brasilianischen Rhythmen beschäftigt und diese in seine Kompositionen eingewoben. 
Dienstag, 19.05.
20:30
Schauspielhaus, Festivalzentrum
Weltfoyer

Meakusma

Belgien
Gespräch, Video: Boris Lehmann, Frédérique Franke
Moderation: Stefan Schneider
Konzert: Razen
Preise: 5,00 €
iCal
Meakusma ist ein internationales Festival für elektronische Musik und Klangkunst im belgischen Eupen, das sich in den letzten Jahren durch sein außergewöhnliches Programm zu einem der anerkanntesten Foren für elektronische Musik in Europa entwickelt hat. Die belgische Band Razen spielt ein Konzert mit analogen Instrumenten, die unverstärkt auf den Raumklang des Foyers im Schauspielhaus abgestimmt sind. Boris Lehmann gehört seit den 1960er-Jahren (neben Chantal Akerman oder Marcel Broodthaers) zu einer Gruppe von experimentellen Filmemacher*innen und Künstler*innen, die den privaten und politischen Alltag in Brüssel mit poetisch überhöhten Bildern beschreiben. 
Freitag, 22.05.
20:30
Schauspielhaus, Festivalzentrum
Weltfoyer

Venezuela Ritmo

Kolumbien, Venezuela, Deutschland
Gespräch, Präsentation, Video: Guillermo Lares
Moderation: Stefan Schneider
Konzert: Manuel Rangel
Preise: 5,00 €
iCal
Oswaldo Lares, Architekt aus Caracas, begann in den späten 60er Jahren mit der systematischen Dokumentation venezolanischer Volksmusik und legte in über drei Jahrzehnten die umfangreichste Ton- und Videosammlung an, die je in Venezuela zusammengetragen worden ist. Im Zentrum seiner Forschung standen vor allem die Einflüsse afrikanischer Musik auf die Musikkulturen in Venezuela. Sein Sohn Guillermo und seine Tochter Carolina, die seit Jahren in Berlin leben, befassen sich heute mit der Publikation und Verbreitung dieser einzigartigen Arbeit und gehen weltweit Kollaborationen mit jungen Künstler*innen ein, um ein lebendiges »Moving Archive« zu schaffen. Im zweiten Teil des Abends spielt Manuel Rangel ein Livekonzert. Der klassische Gitarrist wurde mit dem Preis für den besten Maracas-Spieler des Festival de la música llanera »El Silbón De Oro« in Venezuela ausgezeichnet. Manuel Rangel war Gastmusiker bei der für die Grammy Awards 2020 nominierten Aufnahme Pa’ Fuera des C4 Trío. 
Montag, 25.05.
20:30
Schauspielhaus, Festivalzentrum
Weltfoyer

Software and Cembalo

USA, Deutschland
Gespräch, Video: Phillip Schulze, Brian Parks
Konzert: Schulze, Parks und Gäste
Preise: 5,00 €
iCal
Die Zusammenarbeit von Brian Parks aus Atlanta und Phillip Schulze aus Düsseldorf begann während ihrer gemeinsamen Zeit an der Wesleyan University in den USA, wo sie bei Anthony Braxton und Alvin Lucier studierten. Längst haben sie sich vom Einfluss ihrer berühmten Lehrer emanzipiert. Parks befasst sich mit mathematisch angelegten Kompositionen, Schulze schreibt Softwares, die die beiden schließlich zu kontrastreichen Stücken zusammenführen. Ihre kreative Zusammenarbeit hat sich mittlerweile zu einem substanziellen transatlantischen Austausch entwickelt, der nicht nur ihren gemeinsamen Arbeiten gilt, sondern auch Räume für ihre Student*innen aus Atlanta und dem Düsseldorfer IMM (Institut für Musik und Medien) öffnet. 
Donnerstag, 28.05.
20:30
Schauspielhaus, Unterhaus
Weltfoyer

Alien Disko

Japan, Großbritannien, Deutschland
Präsentation, Vortrag: Saya Onodera über japanische Elektronikkomponist*innen
Konzert: Spirit Fest
Preise: 5,00 €
iCal
Alien Disko ist ein internationales Musikfestival der Münchner Kammerspiele für zeitgenössische Elektronik. Es hat in den letzten Jahren einen Schwerpunkt auf den Austausch von japanischer und europäischer Musik gelegt. Die Formation Spirit Fest, bestehend aus Musiker*innen der Bands Tenniscoats (Japan) und The Notwist (Deutschland), ist dabei so etwas wie eine Supergroup des zeitgenössischen Folk geworden. 
Freitag, 29.05.
20:30
Schauspielhaus, Unterhaus
Weltfoyer

Mikropoleis

Griechenland, Deutschland
Video, Talk: Yiannis Gaitanidis
Moderation: Stefan Schneider
Livemusik: Thalia Ioannidou, Stefan Schneider
Preise: 5,00 €
iCal
Yiannis Gaitanidis ist Filmemacher aus Athen. Seine filmischen Porträts verschiedener Stadtteile der griechischen Hauptstadt sind ein fortlaufendes Projekt, das ihn seit Jahren beschäftigt. Der inhaltliche Zugang zu den einzelnen Stadtteilen eröffnet sich immer über eine charakteristische Architekturform des jeweiligen Gebiets. So ist der zentral gelegene Omonia-Platz mit seiner vielschichtigen Bebauung, der verkehrstechnischen Dichte und den unterschiedlichen sozialen Milieus eine Herausforderung für die Kommune. Er ist vergleichbar mit dem Worringer Platz oder dem Stresemannplatz in Düsseldorf. Yiannis Gaitanidis zeigt den Film Omonia und kommentiert live. Im zweiten Teil des Abends gibt es Gespräche mit Gästen aus der griechischen Community Düsseldorfs. Der Abend wird von der Soundkünstlerin Thalia Ioannidou aus Athen musikalisch begleitet. 
Samstag, 30.05.
20:30
Schauspielhaus, Unterhaus
Weltfoyer

Kabawil

Ghana, Deutschland, Russland
Vortrag: Dr. Bernard Akoi-Jackson
Konzert: Ato Kwamina Hasford, Darya Marinova, Thomas Klein
Preise: 5,00 €
iCal
Kabawil hat sich in den 15 Jahren seines Bestehens zu einem interdisziplinären und interkulturellen Kulturzentrum mitten in Düsseldorf-Flingern entwickelt. Schwerpunkt seines Schaffens ist die Zusammenarbeit mit und von Jugendlichen aus der Nachbarschaft. Darüber hinaus initiiert Kabawil immer wieder Tanz- und Musikprojekte mit Künstler*innen aus Ghana.

Auf der Basis von Differenz findet ein internationales Team von Künstler*innen, Pädagog*innen und Kulturmanager*innen zu einer gemeinsamen Arbeits- und Ausdrucksweise.

Bernard Akoi-Jackson, geboren 1979, ist multidisziplinärer Künstler und Schriftsteller. In seiner Lecture zu zeitgenössischer Kunst in Ghana befragt er postkoloniale Identitäten und performative Rituale des Alltäglichen. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen den Genres Tanz, Poesie, Installation, Fotografie, Video sowie Neue Medien.

Das Trio von Darya Marinova, Thomas Klein (Kreidler) und Ato Kwamina Hasford spielt für das Weltfoyer ein Liveset, das Elemente aus klassischer Komposition, Krautrock und Highlife zusammenführt. 

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